Unterstützen Sie den Verein mit Ihrem Engagement! Am besten und nettesten geht das, indem Sie einfach mal eines unserer Treffen besuchen. Jeden 2. und 4. Donnerstag um 19 Uhr im Beppo's, Auguststr. 57, Oldenburg. Natürlich ist die Teilnahme an den Treffen völlig unverbindlich und findet in lockerer Atmosphäre statt.
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| Weltwaertsbericht von Moritz |
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Berichte von Moritz Freese
Weltwärtsbericht Nummer 1 Juli- September 2010
Die letzten 3 Monate Nicaragua sind vergangen und es gibt einiges zu berichten, aus dem ersten Viertel meines freiwilligen, sozialen Jahres. Am 2. Juli 2010 flog ich mit drei anderen Freiwilligen nach Nicaragua.
Wir wurden von Graciela am Flughafen in Managua abgeholt und für unsere erste Nacht in Nicaragua in das Hostel Santos gebracht. Danach fuhren wir nach San Francisco Libre, wo das Dorf und eine Mädchengruppe aus Deutschland auf uns wartete.
Am folgenden Montag ging die Arbeit in der biblioteca auch sofort los. Es gibt einen festen Arbeitsplan, der angibt, was am jeweiligen Tag gemacht werden muss. Emma achtet sehr genau darauf, dass dieser Arbeitsplan auch eingehalten wird. Im Plan steht z.B. pro Tag wird ein maRaum der biblioteca geputzt oder die Straße muss mit dem Besen vom Müll befreit werden. Diese Arbeiten machen wir meistens Morgens wenn noch nicht viele bzw. manchmal keine Kinder in der biblioteca sind. Es gibt viele Regeln in der biblioteca die zu beachten sind. Für die Kinder gilt beispielsweise, bevor sie mit dem spielen der Gesellschaftsspiele beginnen dürfen, müssen sie erst ein ihrem Alter entsprechendes Buch lesen. Außerdem darf nach der Mittagspause erst ab 14:00Uhr gespielt oder gemalt werden. Die Mitarbeiter der biblioteca sind Emma, Josselin und evtl. wenn seine Arbeit bei Apreden es zulässt Jimmy. Ich komme mit allen sehr gut klar. Der erste Monat war für mich persönlich noch sehr schwer, da zum einen meine Spanischkenntnisse noch nicht sehr gut waren und zum anderen die Jugendreise aus Oldenburg mein Spanisch lernen nicht gerade gefördert haben. Außerdem kann man zur Jugendreise noch sagen, dass sie uns im ersten Monat bei der Aufnahme unserer Aufgabenfelder noch gestört hat, da im ganzen Dorf Ausnahmezustand deswegen herrschte. Dadurch, dass die Gruppe doch mehr Hilfe als gedacht brauchte haben wir uns selbstverständlich gerne angeboten die Betreuung mit zu übernehmen. Außerdem kam dazu, dass Luis die ersten zwei Monate noch da. Dadurch, dass die Kinder noch sehr auf ihn fixiert waren konnten wir unsere Arbeit mit den Jugendlichen noch nicht richtig aufnehmen da wir leider eher etwas daneben standen. (kein Vorwurf aber für unseren Start nicht optimal). Was die Arbeit mit den Jugendlichen angeht habe ich Hauptsächlich ihnen gelesen und gespielt. Außerdem habe ich abwechselt mit Lukas die Betreuung des Holzkurses von Tavo übernommen. Meine Arbeit fand aber nicht nur in der beblioeca statt, ab und zu hatten wir ein paar außerbilblitecarische Aufgaben wie z.B. kleine Bäume aus der Baumschule der Quayabita in ganzen Dorf und im näheren Einzugsgebiet mit der Camionetta zu verteilen. Außerdem haben Finn und ich alle zwei Wochen Frauen aus den Communidades für die Frauenversammlungen für Graciela abgeholt. Da es diese zwei Monate in denen wir da waren so viel geregnet hat waren wir gezwungen San Pancho zu verlassen und in anderen sozialen Projekten eine Aufgabe zu finden. Mich hat es dann nach Masaya verschlagen wo ich in der preescolar „Oscar Anulfo Romero“ arbeite.
Projekt Preescolar „Oscar Anulfo Romero“ Ich arbeite in meinem neuen Projekt mit Caroline aus Mainz und den jeweiligen Lehrerinnen der 3 Nivels zusammen. Die ersten beiden Wochen machten wir noch mit Maritza(Direktorin) Unterricht da die eigentlich Lehrerin Rosa für drei Wochen im rahmen der Reise von Dietzenbach in Deutschland war.Von Woche zu Woche durften wir mehr machen und der Unterricht bekam eine neue Struktur- Frucht unserer gemeinsamen Arbeit. Maritzas Aufgabe lag es darin den Tagesplan zu erstellen und die Kinder in verschiedene Tischgruppen zu setzen, sodass die „etwas aufgeweckteren Kinder“ nicht unbedingt neben ihresgleichen sitzen konnten. Was mir besonders an der Zeit mit Maritza in unserem Nivel gefallen hat, ist ihre disziplinierte und doch sehr herzliche Art mit der sie mit den Kindern umgeht und so eine ruhige Grundstruktur in unser Nivel gebracht hat. Nachdem jeden Tag aufs Neue die Rahmenbedingungen geschaffen waren, durften wir den vorgegebenen Tagesplan ausführen und konnten uns so auch mal mit den besonders Lernschwächeren Kindern beschäftigen.
An einem Tag in diesem Monat regnete es morgens stark- an solchen Tagen kommen sehr wenige Kinder. So legten wir unseren Unterricht an diesem Tag zusammen und alle Kinder aus den anderen Nivelen fanden sich bei uns im dritten Nivel ein. Das Thema des heutigen Tages war „Marimba“. Erst lauschten wir den typisch Nicaraguanischen Marimba Klängen einer CD. Danach brachte die Lehrerin des zweiten Nivell, Lucia, den Kinder die Marimba Tanzschritte bei und tanzte fröhlich Marimba durch das ganze Klassenzimmer- und das richtig gut! Das zog natürlich die Aufmerksamkeit der Nachbarschaft an und so standen alle an den Fenstern und schauten zu. Eine Nachbarin kam auf die wundervolle Idee, dass „die beiden chele muchachos“ ja auch mal ne runde tanzen könnten… So mussten Caro und ich, unter lauten gejohle von unserem Nivel und geklatsche von den Nachbarn durch die Klasse wirbeln und zeitgleich komplizierten Drehungen einbauen. Gar nicht so einfach, die kleinen Marimba Schritte schnell genug zu machen, um sich überhaupt einigermaßen graziös fortzubewegen und nicht ineinander zu prallen- und so ein Marimba Lied dauert ja keine zwei Minuten, sondern gerne mal knappe zehn Minuten. Nunja, ein großer Spaß für die Kinder und die Nachbarschaft- aber das scheint nun mal zu einem Freiwilligendienst im Herzen der Foklorestadt Masaya, Monimbó in Nicaragua zu gehören.
In unserem Nivell haben wir 40 Kinder. Das bedeutet 40 verschiedene, individuelle Charaktäre und 40 verschieden Lernrythmen. Da gibt es die eine Gruppe die alles auf Anhieb versteht und perfekt umsetzen kann, aber auch die Kinder, die bei denen, in unseren Augen, einfachsten Dingen komplett überfordert sind. Was mir in meiner Preescolar Zeit in Nicaragua hier tagtäglich auffällt ist, dass nur die Kinder was lernen und voran kommen, die schon mit vier oder fünf den Ehrgeiz besitzen etwas zu lernen- Wer keine Lust hat, der rutscht hier leider durch das System. Dadurch das es schon eine vorgegebene Tagesstrukur vom Ministerium gibt, ist es schwierig sich mit eigenen Ideen einzubringen oder irgendetwas zu verändern. Somit sehe ich meine Aufgabe momentan darin, die Kinder besonders zu unterstützen und meine Aufmerksamkeit zu schenken, die sonst durch das System rutschen würden und nichts lernen würden. Ich denke, dass wenn ich die nächsten zwei Monate hier weiter arbeiten werde, dass ich auch lernerfolge sehen werde.
Diesen Monat möchte ich euch gerne ein Kind persönlich vorstellen, das mir diesen Monat Kopfzerbrechen aber auch Glücksmomente beschert hat: Miguel, er ist fünf Jahre alt, hat immer alle zehn Finger auf einmal im Mund und redet im Preescolar nicht und tut die meistens nichts. Meistens fällt er dadurch auf, dass er kein Heft und Stift dabei hat und wenn er ein Blatt hat, dann dennoch nichts tut. Ich habe mich ein wenig intensiver um Miguel gekümmert, versucht ihm viel Aufmerksamkeit zu schenken, ihn immer fröhlich und freundlich zu begrüßen und zu verabschieden und mit ihm in Zeichensprache zu kommunizieren. Wir teilten uns immer die „Tarreas“ (Aufgaben)- ich malte vor und er malte mit Bundstiften aus. So kam das eine zum andere: Miguel kam manchmal mit einem Lächeln in die Preescolar, winkte auch mal zum Abschied und Ende des Monats sagte er mir genau ein Wort (welches weiß ich leider vor lauter Freude gar nicht mehr;)- dieses kleine, aber doch große Erlebnis gehört zu meinen „Hochs“
Leider bestand dieser Monat nicht nur aus kleinen Kindererfolgen, sondern schon wieder gab es eine Nachricht die uns zwei Wochen nach Michaels Tod wieder ziemlich runterzog. Der zweite Sponsor des Projekts kann aufgrund seiner schlechten wirtschaftlichen Situation unser Projekt nicht länger finanziell Unterstützen. Das Bedeutet, dass ab Januar 2011 wichtige Gelder fehlen. Keiner weiß so recht, wie wir weiter vorgehen können und wie die Zukunft der Preescolar aussehen wird.
Ich fühle mich hier in Masaya sehr wohl, da ich/wir schon viele neue Freunde gefunden haben und Masaya eine sehr interessante und lebendige Stadt ist. Ich freue mich auf die kommenden Monate die wir hier verbringen dürfen.
Weltwärtsbericht Nummer 2 Oktober 2010 - April 2011
Ich habe von Oktober bis in den Dezember rein noch in der Preescolar "Oscar Anulfo Romero" in Masaya, Monimbo gearbeitet.
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