Seit Januar 2011 sind alle Freiwilligen nach SFL zurückgekehrt und haben mit ihrer Arbeit begonnen. Lukas und Finn schildern ihre ersten Eindrücke, die sie nach der Rückkehr hatten. Zunächst waren sie in Familien untergebracht. Inzwischen wurden zwei angemietete Häuser bezogen.

Zu Weihnachten wurden in einem Solarofen Kekse gebacken

Lukas berichtet:
Hallo ihr Lieben
Ich melde mich nach langer Zeit mal wieder.
Bevor ich euch von der Vergangenheit erzaehle, kurz die neusten und aller neusten Neuigkeiten.
Ich werde nach SFL, San Francisco Libre zureuck kehren.
Am Freitag hatten wir ein Treffen mit Gaciela, in dem sie uns die Lage geschildert hat und mir gleichzeitig den Vorschlag gemacht hat SFL erst mal zu besuchen und mir mein eigenes Bild von der Lage zu machen. Gesagt, getan.
Am Sonntag bin ich nach drei Monaten Abwesendheit nach SFL zurueck gefahren.
Die Strasse ist gut. Es gibt keine Probleme mit der Anreise. Im Dorf selbst habe ich aus dem Bus erst ein mal das gesehen was ich auch schon im Fernsehen geshen habe. Die erste Haueserreihe steht unter Wasser. DIes Haeuser sind alle kaput oder abmontiert worden.
Als ich aus dem Bus steige trifft mich jedoch eine viel emotionalere Ebene. Ich treffe als erstes Emma die Chefin der Bibliothek, eine nette lustige Person, die es gelibet hat mit mir im Spass zu streiten. Die Begenunng ist komisch. Irgendwie ist da eine Vertrautheit, auf der anderen Seite sind die drei monate Abwesendheit deutlich merkbar. Man kommt nicht wieder und es ist alles wie es vor drei Monaten war. Ich muss wieder neu ankommen, mich wieder neu einfinden; die Situation ist eine andere und wir sind aus Sicht der Bewohner von SFL einfach mal so fuer drei Monate weggewesen waehrend sie eine schrecklichen Winter erlebt haben.
Auf der Strasse erkenne mich jedoch immer noch alle und ich werde herzlich begruesst, was mein herz erfreut hat. Denn eigentlich wollte ich am liebsten weinen.
Die Menschen, die vorher in Armut gelebt haben, haben jetzt noch weniger und muessen wieder von vorne anfangen. Es gibt kaum Arbeit, viele haben keine Haeuser.
Mein Gastfamilie (zu der ich jetzt auch wieder ziehen werde) hat ein unbeschaedigtes Haus, aber die Arbeit fehlt fuer meinen Gastvater. Das beudeutet, dass er alles gesparte geld fuer die Vergroesserung des Hauses udn andere Sachen im Moment fuer Lebensmittel ausgibt. Und trotz dieser Situation werde ich herzlich aufgenommen und sie wuedern mich sogar mitessen lassen ohne das ich etas bezahle. Diese Liebenswuerdigkeit ist unglaublich.
Also der Fluch der Armut wird eben in dieser Situation ganz deutlich.
Als ich also einmal in SFL angekommen bin, will ich auch nicht mehr weggehen. Ich fuehle, dass ich hier bleiben muss. Wir muessen eben in diesem moment mit unser blossen Anwesendheit den Menschen unsere Solidaritaet zeigen. Ausserdem kann man in der Bilbiothek gerade jetzt mit den Kindern, die schon immer nach den Cheles fragen, schoene Dinge fuer Weinachten machen. Wenn wir jetzt nicht wieder nasch SFL zurueck kehren, werden sich die Bewohner verlassen vorkommen. Die Ankunft ist schon schwer und wird mit jeden Moment schwerer.
Nun moechte ich auch ganz direkt dazu aufrufen fuer SFL zu spenden. Es ist ebenso, dass ein neuer Brunnen gebohrt werden muss. Die Wasser Versorgung ist sehr schlecht. Des Weiteren gibt es den Plan das Dorf Zentrum um zu siedeln und den Menschen die ihr haus verloren haben ein neues zu geben. Dazu muessen neue Grundstuecke gekauft werden und natuerlich der Hausbau ermoeglicht werden.
Das Problem hierbei ist, dass dieses mit der Alcaldia von SFL zusammen passieren werden muss und wird. Die LAge ist nun so, dass es noch keine Plaene gibt und alles sich sher langsam entwickelt.
Ich kann euch also noch nichts genaues garantieren. ich werde euch aber auf dem laufenden halten und meine Hand ins Feuer legen, dass alles mit rechten dingen zu geht.
Vielleicht koenntet ihr euren SChwerpunkt dieses Weinachten weiter nach Sue-Westen verlegen un die Bevoelkerung dieses kleine Dorfes unterstuetzen.
Danke
Nur noch kurz ueber die Vergangetheit, denn ich habe meine Kopf gerade nicht frei fuer einen ausfuerhlichen Bericht. Ich bin emotional zu sehr in SFL.
Also ich habe die letzten sechs Wochen auf der Garnacha gearbeitet. Einem Dorf in dem die Asociación, ASOPASN eine Finca hat. Auf dieser Finca die Teil des Dorfes ist wird Oeko-Gemuese und oekologischer Café angebaut. Aus eigener Kuh- und Ziegenmilch Hartkaese produsiert und der Oekotourismus gefoerdert.
Es gibt einen leitenden Kopf der aus nicht Arbeiter besteht aus der ganzen umgebung. Die Arbeiter der Asociaci+on sind normal angestellt und bekommen ein normales Gehalt.
Des Weiteren lebt in dem Drof ein padre, der in dem ganzen Municipio einen starken religioesen Einfluss hat. Er gehoert zu einer katholischen Glaubensrichtung.
Er hat seit langem das Projekt unterstuetzt. Dies hat seine Spuren hinterlassen. Der Glaube ist fuer viele sehr wichtig.
In seinem Haus beherbergt er junge Arbeiter, sie wirken wie seine Soehne.
Ich habe also ganz normal auf der Finca mitgearbeitet: im Garten, Kuehe melken, Erde schaufeln, Zaeune reparieren, Café saeubern etc.
Soweit reicht meine Aufmerksamkeit um euch etwas zu berichten. Ich wuerde mich uerber verstaendnis und jede anderen Fragen freuen. Es faehlt mir schwer die Situation hier gut zu erklaeren und manchmal fehlen mir auch die Worte, also fragt bitte.
Liebe Gruesse an euch alle von eurem Lukas
P.S. Bezueglich der Lage in SFL und dem Spendengebrauch werde ich auf dem Laufenden halten.
Finn berichtet:
Hey...
Es war ungewohnt wieder in SFL anzukommen, da ich ja schliesslich schon fast mehr Zeit in anderen Orten in Nicaragua als in SFL verbracht habe.
Wieder angekommen, im Kreise von Tavo, Emma, Jimmy, Hernaldo... fuehlte man doch wieder die private verbundenheit mit San Francisco..
Die Lage in SFL fuer die Menschen ist natuerlich auf Grund des Sees ueberhaupt nicht gut, da viele ihr Zuhause verloren haben und einer ungewissen Zukunft (grosse Arbeitslosigkeit) entgegenstehn... Auch die Aufteilung im Dorf hat sich stark veraendert, da viele in andere Haueser umgezogen sind. Wenn ich nun nachts im Haus von Cata schlafe hoere ich ein lautes meeresrauschen, was hier voellig ungewohnt ist. Catalina wohnt jetzt inb einem kleinen Haueschen beim Eingang nach SFL, dort schlaeft meistens auch Carlos, im anderen Haus (am Strand) schlafen ich und Jimmy. Die Arbeit in der Bibliothek (ich glaube auch im Stipendienprojekt) kann aber weiter fortgefuerht werden wir vorher, da im Moment auch sehr viele Kinder zu besuch kommen. Im Moment wird viel Inliner gefahren, gebacken, wie immer gelesen und Tischkicker gespielt.
Neue Fotos aus SFL sind bei mir bei Facebook (Neues aus SFL) und morgen, vor eurem treffen stelle ich von den heutigen Aktionen weitere Fotos rein. Nun, da Mara auch wieder zurueckgekehrt ist sind wir ja auch fast wieder alle beisammen und koennen die anstehende Arbeit gemeinsam angehen...
Viele liebe Gruesse aus San Pancho nach OL und allen ein frohes Weihnachtsfest!!!!!!!!!!!!!
Finn