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Bericht von der Vorstandssitzung

17.05.2018
Am 17. Mai fand unter reger Beteiligung eine Vorstandssitzung statt, die schon seit längerem geplant gewesen war. Neben dem geschäftsführenden Vorstand mit Alexa vom Berg, Hermann Kirchhoff, Andreas Kirchhoff und Axel Kleinschmidt waren auch Ulrike Kramer, Laura Thiele, Lea Sante, Merle Kleinschmidt, Jule Taeger, Lena Baumann und Marie Hartwig als Mitglieder des erweiterten Vorstands der Einladung gefolgt. Eigentlich sollte es vor allem um die Aufgaben für die im Juni/Juli stattfindende Reise von Alexa vom Berg (Vereinsvor-sitzende) und Axel Kleinschmidt (Weltwärtsbeauftragter) gehen. Auch der Wechsel der Freiwilligen Ende Juni/Anfang Juli sollte besprochen werden. Diese Themen rückten aber in den Hintergrund und wurden nur kurz thematisiert.
Zum Hauptthema wurden die anhaltenden Proteste in Nicaragua. Seit Ende April gibt es in Nicaragua massive Proteste gegen die Regierung von Daniel Ortega und seiner Frau Rosario Murillo. Dabei ging die Polizei äußerst gewalttätig gegen die Protestierenden vor, zum Teil mit Hilfe von regierungstreuen Schlägertrupps.  Mehr als 60 Menschen sind dabei bisher ums Leben gekommen. Auslöser war die geplante Erhöhung von Sozialbeiträgen bei gleichzeitiger Leistungskürzung. Das Ganze hat sich jetzt aber zu einer, vor allem von Studierenden getragenen Protestbewegung ausgeweitet, die die Absetzung von Ortega/Murillo fordert. Landesweit gibt es Straßensperren und immer wieder Polizeiaktionen gegen Versammlungen von Protestierenden.
Dass sich die Bevölkerung Nicaraguas endlich gegen die autokratische Regierungsführung zur Wehr setzt begrüßen wir und sind tief betroffen davon, dass zahlreiche Menschen sterben mussten, weil sie ihr Recht auf Meinungsäußerung wahrgenommen haben.
Auch wenn in San Francisco Libre alles ruhig geblieben ist, so beeinträchtigen die aktuellen Geschehnisse die Arbeit APREDENs inzwischen doch maßgeblich. Auf Anordnung des BMZ müssen alle weltwärts- Freiwilligen das Land möglichst schnell verlassen. Für unsere Vier bedeutet das, dass sie ihren Dienst abbrechen müssen  und ca. 6 Wochen eher als geplant nach Deutschland zurückkehren weden. Völlig offen ist zurzeit, wann bzw. auch ob die neuen Freiwilligen ihren Dienst antreten können. Ganz sicher werden sie nicht, wie geplant, im Juli ausreisen können. Dadurch kann das Angebot für die Kinder und Jugendlichen in der Bibliothek nur noch begrenzt aufrechterhalten werden. Auch das Stipendienprojekt wird ohne die Freiwilligen leiden, da Briefe nicht mehr übersetzt werden können und auf La Guayabita fehlt eine Arbeitskraft bei der Baumschularbeit.
Die Aussetzung des Weltwärtsprogramms für Nicaragua wird auch finanzielle Konsequenzen haben, da die Projektförderung über das „weltwärts“-Programm zumindest zeitweilig wegbrechen wird und damit längerfristig auch die Bezahlung der Mitarbeiter von APREDEN nicht weiter möglich sein wird. Im Rahmen der Vorstandsitzung wurden vor allem offene Fragen dazu und verschiedene, mögliche Szenarien durchgesprochen, wie in nächster Zeit mit der Situation umzugehen ist.
Wir hoffen, dass sich die Situation schnellstmöglich beruhigt, wobei wir betonen möchten, dass dies wohl nur geschehen wird und geschehen kann, wenn die Regierung deutliche Schritte hin zu einer Demokratisierung unternimmt. Wahrscheinlich kann nur die Option auf Neuwahlen ein weiteres Verhärten der Fronten verhindern und zur Deeskalation der momentan sehr angespannten Lage beitragen.
 

Foto: Sitzung

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