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Eine kurze Geschichte des
Nicaragua-Vereins Oldenburg

 

 

Die Geschichte in Stichpunkten

  • wurde 1985 gegründet
  • ist ein gemeinnütziger Verein, Träger des „Anderen Dienstes im Ausland“, Träger der freien Jugendarbeit und seit 2008 auch anerkannte Entsendeorganisation des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes „weltwärts“
  • unterstützt seit 1990 Projekte in der Gemeinde San Francisco Libre
  • setzt seine Schwerpunkte auf die Bereiche Bildung (z. B. Stipen­dienprojekt, Lehrerfortbildung), Jugend (z. B. Kindergruppen, Sportgruppen) und Landwirtschaft (z. B. Umweltzentrum La Gua­yabita, Silo-Projekt, Hühnerzucht, Bienenzucht)
  • organisiert den direkten Austausch zwischen Menschen in Olden­burg und San Francisco Libre
  • hat in San Francisco Libre eine ständige Vertreterin, Dienstleistende und PraktikantInnen
  • wird ausschließlich ehrenamtlich geführt. so dass die Geschäfts­kosten nur 0,5 Prozent der Gesamtkosten betragen und
  • kann deswegen garantieren, dass jeder für Projekte gespendete Cent unmittelbar den Menschen in der Partnergemeinde San Francisco Libre zugute kommt.

 

 

 

Der Nicaragua-Verein Oldenburg wurde am 28. November 1985 gegründet und hieß zunächst „Partnerschaft Oldenburg – Managua/ José Dolores Estrada“. Im Mittelpunkt der Arbeit der ersten Jahre stand daher die Unterstützung dieses Barrios (Stadtteils) der Hauptstadt Nicaraguas. Im Jahre 1989 beschloss der Verein auf Bitten der nicaraguanischen Botschaft, stattdessen Beziehungen zu der ländlichen Gemeinde San Francisco Libre aufzunehmen, um die Unterstützung dort zu leisten, wo sie am dringendsten benötigt wurde, und um so der Landflucht in Nicaragua entgegen zu wirken. Folgerichtig wurde der Verein im Jahre 1990 mit einer Satzungsänderung umbenannt und heißt seitdem „Nicaragua-Verein Oldenburg e. V.“

Im Jahre 1990 fuhr die erste Delegation des Vereins nach Nicaragua, um verbindlichere Absprachen zu treffen, als das auf dem unzuverlässi­gen Postweg möglich war.

 

 

 

Am Anfang hatten unsere Projekte oft nicht den gewünschten Erfolg, Absprachen wurden nicht eingehalten, Ziele von Projekten nicht immer konsequent verfolgt. Auch unsere Partner in SFL hatten wenig Erfahrungen mit der internationalen Zusammenarbeit und mit der Durchführung von Solidaritätsprojekten.

Dies änderte sich grundlegend, als Graciela Scheller (heute stellvertre­tende Vorsitzende des Vereins) sich im Jahre 1994 entschloss, dauer­haft in San Francisco Libre zu leben und zu arbeiten und gemeinsam mit den Menschen, zunächst vorwiegend Frauen, Projekte zu realisieren, die die komplizierte Situation im Municipio verändern sollten. Ohne diesen glücklichen Zufall wäre das heutige Niveau der Vereinsarbeit niemals realisierbar gewesen. Der Nicaragua-Verein Oldenburg ist heute in San Francisco Libre eine zuverlässige Organisation, die erfolgreich Projekte organisiert und z. B. durch die Bereitstellung eines LKWs (IFA) den Menschen in San Francisco Libre neue Möglichkeiten eröffnet, ihre Lebenssituation zu verbessern. Der Verein kooperiert dabei u. a. mit der nicaraguanischen Organisation APREDEN und mit der englischen Reading - San Francisco Libre Association (RSFLA).

Einen harten Einschnitt brachte im Jahre 1998 der Hurrikan Mitch, der weite Teile des Municipios verwüstete (Durch eine beispiellose Welle der Solidarität (die OldenburgerInnen spendeten in kürzester Zeit über 100 000 DM) konnte der Verein einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass in San Francisco Libre kein Mensch sein Leben verlor.

(Am Ende der calle principal im Vergleich vor - und nach dem Mitch)

 

 

Neues Leben in die Vereinsarbeit brachten seit dem Jahr 1998 die Jugendreisen, mit denen in den insgesamt 46 junge OldenburgerInnen Nicaragua kennen und lieben lernten. Folge dieser Reisen waren unter anderem, dass der Verein zum Träger der freien Jugendarbeit, zum Träger des „Anderen Dienstes im Ausland“ und 2008 auch zur Entsendeorganisation des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes „weltwärts“ wurde. Einige der ehemaligen Freiwilligen bringen sich hier in Deutschland nun aktiv in die Arbeit ein, obwohl sie in der Regel nicht in Oldenburg wohnen – und das ist sehr wichtig für uns..

Denn ein wichtiger Teil der Arbeit findet auch in Oldenburg statt: Ein Hauptziel des Vereins ist es, durch Öffentlichkeitsarbeit Nicaragua als ein Beispiel für ein lateinamerikanisches Entwicklungsland bekannt zu machen und Verständnis und Interesse für seine Kultur, Geschichte, ökonomische Situation und seine politischen und sozialen Probleme zu wecken. In diesen Teil der Aktivitäten fallen auch die Besuche unserer nicaraguanischen Partner in Oldenburg und kulturelle Ereignisse wie das Wandmalprojekt, in dessen Rahmen im Jahre 2001 das Wandgemälde an der Donnerschweer Str. 216 und ein (transportierbares) Gegenstück in San Francisco Libre entstanden.

 

 

Das Vereinshaus, die Bibliothek
und das Jugendzentrum

Im Jahre 2002 konnte der Verein mit finanzieller Unterstützung der KGS Rastede ein Haus im Hauptort erwerben, in dem es Übernachtungs­möglichkeiten gibt und in dem Treffen stattfinden können.

Das Haus beheimatet außerdem eine Bibliothek, die sich großer Beliebt­heit erfreut. Gefragt ist neben der Ausleihe von Büchern und Spielen vor allem der Kopierdienst. Eine Kopie kostet 1 Cordoba (etwa 7 Cent), ab zehn Kopien 0,5 Cordoba. Zwei Jugendliche aus San Francisco Libre betreuen die Bibliothek. Sie ist montags bis samstags von 8 - 12 Uhr und montags bis freitags von 14 - 17 Uhr geöffnet.

Beim Vereinshaus steht auch der Lastwagen des Vereins, ein IFA. Er wird gegen Gebühr ausgeliehen und spielt eine wichtige Rolle für die Versorgung der Gemeinden vor allen in den Bergen, die mit normalen Autos nicht erreicht werden können.

 

 

 

Die Erweiterung der vom Verein in SFL betriebenen Bibliothek, die direkt neben dem neuen Polizeigebäude an der Hauptstraße des Ortes liegt, wurden 2006 abgeschlossen. Mit dem Anbau im Hof verließen die Freiwilligen die Unterkünfte im Haupthaus und machten Platz für das neue Jugendzentrum.  Die Arbeiten am Haus leisteten örtliche Kräfte unter Anleitung eines Architekten aus Managua. Unsere zweite Vorsitzende Graciela Scheller, die ständig in San Francisco Libre lebt, übernahm die Organisation.

2009 konnten wir die Arbeiten an der Erweiterung des Jugendzentrums und dem Haus in der unsere Vertreterin Graciela wohnt abschließen

Die Termine für 2012 :

Nicaraguaverein Termine 2012.pdf

 

 

 

 

 

 

 
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