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| Hintergründe |
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In Nicaragua gibt es, wie in den meisten lateinamerikanischen Ländern, zwei aufeinanderfolgende Schulstufen. Zum einen gibt es die „Primaria“, vergleichbar mit der Grundschule in Deutschland. Sie wird von den Schülern sechs Jahre lang besucht, und am Ende dieser Periode bekommen die Schüler den ersten Abschluss. Der Besuch der „Primaria“ ist für die Kinder in Nicaragua verpflichtend.
Daher wird der Unterricht nicht nur im Hauptort, sondern in fast jedem Dorf der Gemeinde San Francisco Libre angeboten. Aufgrund der sozialen Situation der Familien ist es jedoch trotz der bestehende Schulpflicht für viele Kinder nicht möglich, die "Primaria" die vollen sechs Jahre lang“ zu besuchen. Viele brechen ihre Schullaufbahn schon nach dem dritten oder vierten Schuljahr ab. Die „Secundaria“ ist die zweite Schulstufe in Nicaragua. Sie dauert fünf weitere Jahre und endet nach der elften Klasse. Mit dem erfolgreichen Abschluss dieser Schule können die Abgänger an den Universitäten Nicaraguas studieren. Die „Secundaria“ gibt es nur im Hauptort, und der Unterricht findet nachmittags statt. Die Jugendlichen kommen aus der ganzen Gemeinde, um die Schule besuchen zu können. Hierbei nehmen viele einen langen Fußmarsch oder Radweg in der heißen Sonne Nicaraguas in Kauf. Darüber hinaus müssen sie monatlich einige Dollar aufbringen, um am Unterricht teilnehmen zu können, da die Schule nicht genügend staatliche Mittel bekommt, um auch die Lehrer der „Secundaria“ bezahlen zu können. Der Abschluss nach einer elfjährigen Schulzeit in Nicaragua ist etwa vergleichbar mit dem deutschen „Sekundarstufe 1“- Abschluss, wobei das Niveau des Unterrichtes in einigen Fächern durch mangelndes Fachwissen der Lehrkräfte niedriger ist.
In den meisten Familien in Nicaragua wohnen außer den Eltern viele Kinder und oft auch Großeltern oder andere Verwandte. Durch die hohe Armut im Land leben die meisten Menschen von einem Tag auf den anderen. Sie denken nicht viel über die Zukunft nach und versuchen Tag für Tag ihre Familie satt zu bekommen. Dadurch ist es oft so, dass Kinder ihre Familie mit ihrer Arbeitskraft unterstützen müssen. Ihre Arbeiten sind unter anderem, das Haus sauber zu halten, auf ihre kleineren Geschwister aufzupassen, zu kochen, zu waschen, Tortillas auf der Straße zu verkaufen, Holz zu fällen und Feldarbeit zu verrichten. Deshalb können viele Kinder der Gemeinde den täglichen Unterricht gar nicht, nur sehr unregelmäßig oder nur für eine kurze Zeit besuchen. Noch schwieriger ist es für die älteren Jugendlichen, auf deren Arbeit nicht verzichtet werden kann. Der Besuch der „Secundaria“ ist hierdurch für viele Jugendliche aus armen Familien fast unmöglich, wobei erschwerend noch die Schulgebühr hinzukommt. In dieser Situation versucht der Nicaragua Verein Oldenburg, eine Hilfestellung durch ein monatliches Stipendium zu geben, welches den Familien den Schulbesuch ihrer Kinder ermöglichen soll. Die Auswahl der bedürftigen Familien erfolgt gemeinsam mit Vertretern der Gemeinde vor Ort. |

