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Unsere Partnergemeinde San Francisco Libre

San Francisco Libre (SFL) liegt am Nordostufer des Managua-Sees, ca. 80 km von der Hauptstadt Managua entfernt. Das Gemeindegebiet ist mit 250 km² etwa so groß wie das Ammerland und mit zehntausend Einwohnern relativ dünn besiedelt. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt in 30 kleinen Dörfern, in denen es häufig weder elektrischen Strom noch fließen­des Wasser gibt. Etwa 2500 Einwohner wohnen im Hauptort „El Puerto“, in dem sich das Rathaus, das Gesundheitszentrum, die Sekundarschule, die Polizeistation und die vom Verein gegründete Bibliothek befinden.

HauptstraßeDie nahe am See flache Landschaft wird im Norden zunehmend bergiger. Die Gemeinde ist verkehrstechnisch schlecht erschlossen und einige Gebiete sind schwer zugänglich. Es gibt, außer im Hauptort, nur Schotterstraßen und Sandwege, die  sich in der Regenzeit in Schlammrinnen verwandeln,  die manchmal auch mit Geländewagen nicht mehr zu passieren sind. Aktuell wird die Verbindungsstraße zur Panamericana als Pflasterstraße ausgebaut. Ca. 13 km der 37 km langen Strecke sind bereits fertiggestellt (Stand: Mitte 2012).

SFL war ursprünglich waldreich, wurde jedoch wegen seiner Nähe zur Hauptstadt immer schon als Bau- und Brennholzreservoir ausgebeutet. Gegenwärtig werden monatlich etwa 2500 Tonnen Brennholz aus SFL nach Managua transportiert, Tag für Tag 40 bis 50 Lastwagenladungen. Dieser enorme Brennholzeinschlag hat zu ökologischen Schäden in der Region geführt. Der Boden in den Bergen hat sein Wasserhaltevermögen verloren. Deshalb trocknen fast alle Flüsse schon kurz nach dem Ende der Regenzeit aus. Der Boden erodiert stark. Durch die zunehmende Dürre und die Erosion wird der Anbau von Mais, Hirse und Bohnen immer schwieriger. Der Schwerpunkt der landwirtschaftlichen Aktivität liegt daher bei der extensiven Rinderzucht. Vor der sandinistischen Agrarreform gehörte der größte Teil des Landes nicht ortsansässigen, teils ausländischen Großgrundbesitzern, die ohne großes Interesse an diesen abgelegenen Ländereien waren und nichts investierten. Ihr Land wurde nach der Befreiung von der Somoza-Diktatur 1979 enteignet und an Kooperativen und an Kleinbauern verteilt.

HauptstraßeMit dem Regierungswechsel 1990 hat sich aber die Lage der Bevölkerung wieder sehr verschlechtert. Die Politik der neuen Regierung bot den Bauern in SFL wenig Chancen, ihre Produktionstätigkeit aufrecht zu erhalten oder gar zu investieren, um die Arbeitsbedingungen und Ernteerträge zu verbessern. Die Regierungspolitik zielte auf Rücknahme der sandinistischen Agrarreform und Reprivatisierung der enteigneten Ländereien. Die Kreditpolitik wurde als Mittel zur Durchsetzung dieser Ziele benutzt. So wurde die einzige in SFL ansässige Bank 1992 geschlossen.

Die ökonomische Lage zwingt viele Menschen zu ökologisch katastrophalem Handeln: sie schlagen weiterhin Brennholz für die Holzhändler aus Managua, obwohl sie wissen, dass sie so langfristig die Grundlage für eine landwirtschaftliche Produktion zerstören. Die Umweltzerstörung in SFL kann nur aufgehalten werden, wenn es gelingt, alternative Einkommensmöglichkeiten für die Bevölkerung zu finden und gleichzeitig in großem Rahmen aufzuforsten. Die Projekte des Nicaragua-Vereins Oldenburg sollen dazu einen Beitrag leisten.

 
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